Alle traditionellen chinesischen Feste richten sich nach dem Mondkalender, der in China erst 1912 durch Einführung des Gregorianischen Kalenders abgelöst wurde. Sie waren und sind Anlaß zu bunten Feiern und unterbrachen den schweren Alltag der chinesischen Bauern. Während der Kulturrevolution Ende der 60er Jahre waren diese traditionellen Feste als dekadentes und feudalistisches Erbe verboten. Schnell fanden Sie jedoch wieder ihren Platz in der chinesischen Gesellschaft und sind heute Höhepunkte im Jahresablauf.

 

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Frühlingsfest (Chunjie)

 

Mit dem Frühlingsfest wird in China das neue Jahr begrüßt. In diesem Jahr markiert das Neujahrsfest das Ende des Jahrs der Schlange und den Beginn des Jahrs des Pferdes. Für Chinesen ist es das wichtigste Familienfest des Jahres und hat eine ähnliche Bedeutung wie hierzulande Weihnachten. Die Feierlichkeiten erstrecken sich bis zum 15. Tag des ersten Monats nach dem Mondkalender, dem Laternenfest..
Laternenfest (Yuanxiaojie)

 

In der ersten Vollmondnacht nach dem Frühlingsfest wird das Laternenfest gefeiert. Traditionell werden hierzu kleine klebrige Reisbällchen gegessen - die Yuanxiao. Sie symbolisieren den Zusammenhalt in der Familie. Die Bezeichnung Laternenfest geht auf den bereits vor mehr als 2000 Jahren entstandenen Brauch zurück, am Abend des Festtages bunte Laternen in verschiedensten Formen aufzuhängen. Zusätzlich werden regionale Traditionen wie der Stelzenlauf, spezielle Tanzformen etc. gepflegt.
Totenfest (Qingmingjie)

 

Am Qingming-Fest werden die Toten geehrt. Immer 106 Tage nach der Wintersonnenwende ("Dongzhi"), also am 5. April, besuchen die Chinesen die Gräber ihrer Verstorbenen. Politisch wurde das Qingming-Fest auch gerne zur Erinnerung an Helden der Revolution genutzt, dies verliert jedoch stetig an Bedeutung.

Da die Jahreszeit am Qingming-Fest zu den angenehmsten des Jahres gehört, wird es von den Familien auch besonders gerne zu Ausflügen ins Grüne genutzt.
Drachenbootfest (Duanwujie)

 

Das Drachenbootfest findet am fünften Tag des fünften Monats nach dem Mondkalender statt und erinnert an den Dichter Qu Yuan (340 bis 278 v. Chr.). Qu Yuan lebte während der Periode der Streitenden Reiche im Staat Chu und hatte versucht, den König von Reformen zur Verringerung von Korruption im Staate zu bewegen. Er scheiterte jedoch aufgrund von Intrigen und wurde in die Verbannung geschickt. Als 278 v.Chr. der Staat Qin die Hauptstadt von Chu eroberte, beging Qu Yuan vor Verzweiflung Selbstmord, indem er sich in den Fluß Miluojiang stürzte. Mit Booten fuhren daraufhin die Menschen am Ufer auf den Fluß hinaus, um die Leiche des Dichters zu bergen. Diese Begebenheit wird durch die Drachenbootrennen symbolisiert, die an diesem Festtag stattfinden.
Mittherbstfest (Zhongqiujie)

 

Am 15. Tag des achten Monats werden traditionell Mondkuchen gebacken, die dem Mondgott geopfert werden. Die Chinesen lassen die Köstlichkeiten jedoch nicht umkommen, sondern sie werden nach dem Opfer verteilt und verspeißt. Das Mittherbstfest ist auch das Fest der Getrennten. In China leben auch heute noch z.B. viele Ehepaare aus beruflichen Gründen in getrennten Städten. Im hellen Mondschein am Mittherbstfest wird besonders intensiv an den Partner gedacht.