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| Frühlingsfest (Chunjie) |
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Mit dem Frühlingsfest wird in China das neue Jahr begrüßt. In diesem Jahr
markiert das Neujahrsfest das Ende des Jahres des Pferdes und den Beginn des
Jahres der Ziege. Für Chinesen ist es das wichtigste Familienfest des Jahres
und hat eine ähnliche Bedeutung wie hierzulande Weihnachten. Die
Feierlichkeiten erstrecken sich bis zum 15. Tag des ersten Monats nach dem
Mondkalender, dem Laternenfest... Festessen im Familienkreis Am letzten Tag des alten Jahres - in diesem Jahr also am 31. Januar - bereitet jede Familie zunächst gemeinsam ein traditionelles Festessen, das sich von Region zu Region unterscheidet. |
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In Nordchina sind gefüllte Teigtaschen, die "Jiaozi" unverzichtbarer
Bestandteil. Die traditionell gekrümmte Form der Jiaozi symbolisiert
Reichtum, denn so ähnlich sahen vor Jahrhunderten die als Zahlungsmittel
genutzten Silberbarren aus. Im Normalfall erhalten die Jiaozi eine Fleisch-
bzw. Gemüsefüllung. Zum Frühlingsfest werden jedoch einzelne der Teigtaschen
mitunter auch mit kleinen Überraschungen gefüllt, z.B. mit Zuckermasse,
einem Bonbon oder auch einem Geldstück. Wer diesen Jiaozi beim späteren
Essen bekommt, kann dann auf ein besonders süßes Leben oder Reichtum hoffen.
Die Jiaozi werden übrigens nie alle aufgegessen - der aufgehobene Rest sorgt
dafür, daß die Familie im nächsten Jahr immer genug zu Essen hat. Im Süden werden sog. "Niangao" gemacht, kleine Neujahrsküchlein aus klebrigem Reis. |
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Geschriebene Wünsche
Das Haus bzw. die Wohnung der Familie wird zum Frühlingsfest geschmückt. Wichtig sind vor allem die Neujahrswünsche, die auf langen Papierstreifen senkrecht neben dem Haupteingang angebracht werden und das Glückszeichen "fu", das verkehrtherum außen auf die Eingangstür geklebt wird. Dies ist ein typisches chinesisches Wortspiel. Glück heißt auf Chinesisch "fu". "Umgekehrt/verkehrt herum" heißt "dao", "dao" kann in anderer Schreibweise aber mit der gleichen Aussprache jedoch auch "ankommen" heißen. Also bedeutet das falsch herum angeklebte Zeichen: "Das Glück kommt". |
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Um Mitternacht folgt das
Feuerwerk. Die Chinesen als die Erfinder und Meister des Feuerwerks
zelebrieren es allerdings ganz anders als das in der westlichen Welt
gebräuchliche Silversterfeuerwerk. Während im Westen die Farbeffekte im
Vordergrund stehen, muß es in China vor allem eins sein - laut. Lange Reihen
von Böllern werden an Holzstangen gehängt und angezündet. Das neue Jahr wird
mit ohrenbetäubendem Lärm begrüßt, so werden die bösen Geister vertrieben
und die guten Geister gerufen. In den chinesischen Großstädten der
Volksrepublik wurde das Feuerwerken vor einigen Jahren allerdings verboten.
Regelmäßig war es nämlich in der Neujahrsnacht zu schweren Unfällen,
darunter auch vielen mit Todesfolge, gekommen. Die Neujahrsfeiern haben
hierdurch stark an Lebendigkeit verloren. Mittlerweile brennen jedoch trotz
des Verbots immer mehr Chinesen wieder ihr Feuerwerk ab oder fahren mit der
ganzen Familie vor die Tore der Stadt, um auf diese laute Tradition nicht
verzichten zu müssen. |
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Durchhalten
Anders als beim europäischen Silvester geht es nach dem Feuerwerk jedoch nicht in's Bett, sondern die Nacht wird durchgemacht. So will es zumindest die Tradition, denn eine durchgemachte Neujahrsnacht verheißt ein langes Leben. Daran scheinen allerdings viele Chinesen nicht mehr zu glauben, denn viele ziehen doch den erholsamen Schlaf vor. |
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Besuche über BesucheDie folgenden Tage, normalerweise sind ca. sieben bis zehn Tage arbeitsfrei, stehen ganz im Zeichen wechselseitiger Besuche im Kreis der Verwandtschaft. Die Kinder wünschen den Älteren alles Gute zum neuen Jahr und werden hierfür mit kleinen Geldgeschenken belohnt, die sie in roten Umschlägen bekommen. Diese Besuche werden üblicherweise nicht angekündigt, sondern man klopft einfach an. Damit mögliche Gäste nicht vor einer verschlossenen Tür stehen, gehen nie alle Familienmitglieder gleichzeitig auf Besuchstour - es muß immer jemand zu Hause bleiben. |
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Tipps für Nicht-Chinesen Wer zur Zeit des Frühlingsfests in China ist, kann einen der vielen Neujahrsmärkte besuchen, die in der Regel am Neujahrstag beginnen und einige Tage dauern. Sie finden vor allem in alten Tempelanlagen und Parks statt. Neujahrsmärkte sind eigentlich immer gut besucht, sehr farbenfroh und lebhaft - sie sind damit so etwas wie ein Gegenstück zu westlichen Weihnachtsmärkten. Vermeiden oder frühzeitig planen sollte man das Reisen innerhalb Chinas zur Zeit des Frühlingsfests - denn das tun gerade Hunderte Millionen Chinesen auch! Da das Frühlingsfest das wichtigste Familienfest ist, Familien aber häufig weit verstreut in China wohnen und arbeiten, setzen sich unmittelbar vor Silvester ungeheure Menschenmengen in Bewegung - um einige Tage später natürlich wieder die Rückreise anzutreten. Viele Chinesen verlängern außerdem neuerdings gerne den Urlaub zum Frühlingsfest um einige Tage und brechen zu kleineren touristischen Reisen auf, die das Verkehrsaufkommen weiter steigern. Die kurzfristige Buchung von Flug- oder Zugtickets kann daher zu einem echten Glücksspiel werden. |
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