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DIE VERSCHIEDENEN KUECHEN CHINAS
So groß wie China ist (die Gesamtfläche von China beträgt 9.571.300 qkm), so vielfältig ist auch ihre Küche. Es ist also unmöglich, von einer typisch chinesischen Küche zu sprechen. Vielmehr gibt es in Anbetracht der vielen chinesischen Regionen und ihrer Boden- und Klimaverhältnisse auch unterschiedliche Regionalküchen, die sich jeweils durch ihre eigenen Besonderheiten der Speisen und Zutaten auszeichnet.

Die Küche Nordchinas liebt es beispielsweise weniger scharf und dafür einfach. Auch ist im Norden der Reis nicht unbedingt das Hauptnahrungsmittel, sondern Weizen, mit dem die verschiedensten Nudel- und Teiggerichte bzw. Mehlspeisen hergestellt werden. Eine weitere Besonderheit der Küche von Nordchina sind Hammel- und Lammgerichte, die vom mongolischen und moslemischen Geschmack beeinflußt wurden. Typische Speisezutaten im Norden sind z.B. Weizen, Mais, Knoblauch, Auberginen, Ente und Lamm.

Die Küche Südchinas ist aufgrund des subtropischen Klimas am mannigfaltigsten. Der große Reichtum an verschiedenen Früchte- und Gemüsesorten sowie Meeresrpodukten ermöglicht eine abwechslungsreiche Küche. Die Südchinesen schätzen den natürlichen Geschmack, so dass Speisen wenig gewürzt werden. Typische Speisezutaten in der südchinesischen Küche sind z.B. Reis, Bohnen, Spinat, Meeresfrüchte und Geflügel.

Die Küche Ostchinas sind Fisch und Meeresfrüchte beliebt. Auch werden Gerichte süßer zubereitet als in den anderen Küchen Chinas. Typische Speisezutaten im Osten sind z.B. Reis, Süßkartoffeln, Kohl, Fisch, Meeresfrüchte und Suppen.

Die Küche Westchinas ist für ihre scharfen Gerichte bekannt, die gerne mit roten Chilis gewürzt werden. Typische Speisezutaten im Westen sind z.B. Reis, roter Chili, Szechuanpfeffer, Knoblauch, Kohl und Geflügel.

In Europa bekannt ist die Kantonesische Küche (in der Provinz Kanton in Südchina und in der ehemaligen britischen Kronkolonie Hong Kong) insbesondere für Dim Sum und berühmt für ihre große Vielfalt: von Meeresfrüchten bis hin zu wirklich exotischen Zutaten (u.a. Schlange, Seegurke). Für die äußerst scharfen Speisen ist z.B. die Sichuan-Küche berüchtigt und aus Chinas Hauptstadt Beijing (Peking) kommt die berühmte Peking-Ente.

Das besondere Merkmal der asiatischen Küche ist zweifelsohne die kurze Garzeit, mit der die Speisen zubereitet werden. Damit Vitamine und das Aroma erhalten bleiben, sollten die Lebensmittel möglichst frisch sein und unter ständiger Bewegung der Zutaten nur kurz gekocht/gebraten bzw. pfannengerührt werden (ausgenommen natürlich beim Fritieren, Dämpfen oder Räuchern von Speisen). Damit jedoch Speisen innerhalb einer kurzen Zeit gar werden können, ist es unerläßlich, alle Zutaten vorher klein zu schneiden.

 
YIN & YANG UND DIE CHINESISCHE ERNAEHRUNGSLEHRE

Nach der chinesischen Sichtweise nimmt die Ernährung Einfluß auf das physische und gleichzeitig auf das psychische Wohlbefinden. Dabei wird speziell auf die richtige Zusammenstellung der Nahrungsmittel und Speisen geachtet. Die hervorzuhebene Besonderheit der chinesischen Küche ist demnach die  Berücksichtigung der Yin- oder Yang-Eigenschaften der einzelnen Lebensmittelzutaten. Yin und Yang sind zwei gegensätzlich aber sich ergänzende Elemente (z.B. hell & dunkel, warm & kalt). Die Eigenschaften von Yin und Yang sollen beim Aufstellen eines Ernährungplanes in Harmonie miteinander stehen, so daß die Nahrung einen postiven Einfluß auf das körperliche und seelische Wohlbefinden ausübt.

Die chinesische Ernährungslehre ist eng mit der tradionellen chinesischen Medizin (TCM) verbunden. Man kann deshalb die chinesische Küche als "Heilküche" bezeichnen.

Die chinesische Ernährungslehre und TCM

Die chinesische Ernährungslehre basiert auf die gleichen Grundsätze wie in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), die sich seit über 5.000 Jahren bewährt hat. Nach der TCM-Lehre kann eine richtige Ernährung nicht nur das Wohlbefinden und die Gesundheit fördern, sondern auch Krankheiten vorbeugen und heilen. Viele Küchenkräuter, wie z.B. Ingwer, Lorbeerblatt, Muskatnuß, Kümmel etc., sind gleichzeitig wirkungsvolle Heilkräuter.

In der TCM werden Nahrungsmittel nach ihrer Eigenschaft in drei Hauptkategorien eingeteilt:

1. Nahrungsmittel mit überwiegend Yang-Einfluß (d.h. wärmende Eigenschaft)
Sie haben im Körper eine wärmende Wirkung und eignen sich dehalb in kalter Jahreszeit oder bei kälteempfindlichen Menschen. Bei fiebrigen Erkrankungen sind sie zu meiden. Zu den wärmenden Nahrungsmittel gehören z.B. Huhn, Hummer, Ingwer, Nelken, Zimt, Kirschen oder Paprika.
 
2. Nahrungsmittel mit überwiegend Yin-Einfluß (d.h. kühlende Eigenschaft)
Diese Nahrungsmittel üben auf den Körper einen kühlenden Einfluß aus und eignen sich in heißer Jahreszeit oder bei Menschen mit Hitzegefühl oder auch mit Fieber. Zu den Nahrungsmitteln mit Yin-Einfluß gehören u.a.: Melone, Banane, Chinakohl, Sojabohnenkeimlinge und Tofu.
 
3. Nahrungsmittel mit neutraler Eigenschaft
Diese Nahrungsmittelgruppe hat weder einen überwiegenden Yin- noch überwiegenden Yang-Einfluß, d.h. Yin und Yang sind ausgeglichen. Dazu gehören Nahrungsmittel wie z.B. Fisch, Trauben, Rettich, Reis, Kartoffel, Apfel, Weizen oder Schwein.

 
ESSEN MIT CHINESISCHEN ESSSTAEBCHEN
Typisch chinesisch wird mit Eßstäbchen gegessen. Die Tradition des Stäbchenessens soll bereits im 18. Jh. v. Chr. begonnen haben.

Es gibt die unterschiedlichsten Materialien, aus denen Eßstäbchen hergestellt werden -  von edler Jade bis hin zu Kunststoff und Bambus.

Die "richtige" Handhabung
Chopsticks Man hält das erste Stäbchen bewegungslos zwischen Daumen und Ringfinger und zwar so, daß dasselbe in deer Daumengrube ruht.

 

Jetzt legt man das zweite Eßstäbchen in der gleichen Länge zum ersten Stäbchen zwischen die Spitzen von Mittel- und Zeigefinger.
 

Dann bringt man die Spitze des zweiten Stäbchens (das erste bleibt bewegungslos) mit der Spitze des ersten zusammen, um den Bissen fest zu fassen, wobei der Daumen als eine Art von Scharnier dient.

 
CHINESISCHE GETRAENKE
Auch wenn in China mittlerweile westliche Getränke, Mineralwasser oder Limonade beliebt geworden sind, so hat der Tee nach wie vor die größte Bedeutung. Zum Essen wird vorzusgweise Grüner Tee oder Jasmin-Tee getrunken.

Zu den weit verbreitesten alkoholischen Getränke gehört das Bier. Das bekannteste Bier ist das "Qing Dao"(Tsing Tao), das aus der Stadt Qing Dao in der Provinz Shandong stammt. Aber auch Weine, Liköre und Schnäpse werden geschätzt. Zwar werden Traubenweine in China hergestellt, jedoch sind es vielmehr der Reiswein und der Wein aus Früchten und Kräutern, wie z.B. Pflaumenwein, Lycheewein oder Zimtblütenwein, die vorgezogen werden. Reiswein wird übrigens heiß bzw. sehr warm getrunken.

Ein edles, hochprozentiges alkoholisches Getränk ist der "Mao Tai" Reisschnaps, der inzwischen auch in China-Restaurants in der Schweiz angeboten wird. Auch andere hochprozentige Getränke wie der Bambusschnaps, Kaoliang oder Mei Kuei Lu (ein Rosenblätterlikör) gehören zu beliebten Spirituosen.